Hier beschreibe ich Euch mal mein wirlich nervendes Problem mit dem vorwärts Einparkiern bei nicht ebener Fläche. Vor allem stelle ich mir jedes Mal, wenn es wieder so weit ist folgende Frage: Warum müssen die Motorradparkplätze vor von aller Welt bekannten Töffbeizen immer ein leichtes Gefälle in die falsche Richtung haben?

Beispiel Klausenpasshöhe: Der Klausenpass ist für eine Tour wirklich empfehlenswert, du begegnest einer zeitweise etwas engen Kurvenstrasse, hast aber ein tolles Panorama in die Glarner- oder Urner Bergwelt.
Oben auf der Passhöhe trohnt ein einladendes Restaurant mit Terrasse Richtung Strasse bzw. Parkplatz. Neuankömmlinge auf dem Motorrad werden natürlich von oben genaustens unter die Lupe genommen und ich bin sicher, das spätestens jetzt leider herauskommt, wer Motorradmännchen oder Motorradweibchen ist. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, vielleicht bin ich ja wirklich ein Einzelfall mit diesem Problem und sollte auf ein "Trike umstellen". Jedenfalls fahre ich neben meinem Liebsten (übrigens ist das Helmschelm) auf einen freien Platz. Die schiefe Ebene talwärts ist dermassen "schief", dass ich beim Absteigen meine Suzuki mit aller Kraft der Arme und mit angestemmten Beinen stützen muss - wahrlich ein göttlicher Anblick, so wie ihn Männer mögen, unbeholfen und lächerlich...... Mein Liebster sieht, nachdem er seine schwere Triumph locker parkiert hat, dass ich in echter Not bin und übernimmt wortlos das Steuer, obwohl wir zu Hause schon mehrmals geübt hatten, wie er in solchen Momenten reagieren sollte: Er tut so, als freue er sich, mich in seinen Armen in Empfang zu nehmen und hilft mir in Wirklichkeit, so dass es niemand merkt, meine Maschine zu halten und sie trotz Gefälle stabil hinzustellen.
Tja, welch ein Schämmer! Aber das Schlimmste kommt ja noch - wie sieht es den nach dem Kaffee und Kuchen mit dem Wegfahren aus? Leider ist die schiefe Ebene immer noch so "schief" - übersetzt, ich kann gar nicht aufsteigen, weil irgendwie das talaufwärts gerichtete Bein zu kurz ist! Was soll man machen? Dutzende von spähenden Augenpaaren lassen das Blut unter dem Helm in Wallung bringen. Am liebsten möchte ich in den Boden versinken (trotz Gefälle). Also muss wieder der Ritter der Strasse helfen. Helmschelm packt meine Sugi und stellt sie so hin, wie ein liebender Vater, der für sein Kind das kleine Kindervelöli bereitstellt, weil es zum ersten Mal aufsitzt. Nett gemeint - aber peinlich!
Nun ja, eines muss man dazu noch sagen: Wäre das vor 100 Jahren passiert, hätte sich niemand darüber amüsiert, denn das gehörte zur Etikette. Der Dame wurde prinzipiell in den Sattel geholfen. Wünschte sie das nicht, galt sie als Teufelsweib.......

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir Antworten auf meine obenstehende Frage liefern könntet oder solidarisch über das gleiche Problem berichtet.
In der nächsten Kolumne berichte ich Euch über mein "typisch weibliches" ähhh "weibisches" Airbrush auf meinem Suzukitank.

Ich wünsche allen auch weiterhin - elegantes Einparken!

Eure Helmschelmine



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